Salzburg 1974

      Salzburg 1974

      1974 - Infolge der Erdölkrise gabe es auch in Salzburg mehrere autolose Tage, doch die Fahrgastzahlen stiegen kaum an.

      Der Einzelfahrschein kostete 6 Schilling (gerade einmal 44 Cent) und die 4-Fahrten-Karte nur umgerechnete €1,16. Preise an die heute kaum zu denken ist.
      Der Hanuschplatz wurde umgebaut und der alte Mississippi-Dampfer abgerissen (ab 17. April).
      Das Zeitkartenbüro übersiedelte in die Griesgasse, wo es mehrere Jahrzehnte ein neues Zuhause hatte, bis es im neuen Jahrtausend ins SVV-Kundencenter integriert wurde.

      Beginn des Baus der Mönchsberg-Garagen am 14. Jänner - und jetzt wird wieder gebaut.
      Wiedereinführung der Ringlinien 1 und 2 im Februar im 7,5-Min.Takt, die bis Ende 2004 ihre Runden drehen durften.
      Die Linie 5 wurde - noch mit Schaffner besetzt - bis Pflanzmann verlägert und ab Oktober sogar im 7,5-Min.Intervall bedient - Taktungen, die heute nicht mehr vorstellbar sind.

      Das allerdings gehört seit 40 Jahren zur Alltäglichkeit: Verspätungen auf der Linie 4 (später 29, jetzt wieder 4). Um permanente Verspätungen durch das gestiegene Verkehrsaufkommen aufzufangen, musste ein 8. Fahrzeug eingeschoben werden (Linienführung damals nur bis Langwied). Heute sind 9 Fahrzeuge bis Mayrwies im Einsatz, im Herbstfahrplan zwischen Schulanfang und Weihnachten 2 zusätzliche Kurse. Die Linie 4 war immer schon verkehrsgeplagt und wird es wohl noch sehr lange bleiben.

      Am 01.04. wurde der P (heute Linie 6) vom Bahnhof bis zur Goethestraße in Itzling verlängert - immer noch als Autobus geführt. Das sollte sich erst im Juli 1978 ändern.

      Ende September fuhr zum ersten Mal der Citybus vom Kajetaner- zum Sigmundsplatz (heute Herbert-von-Karajan-Platz).

      1974 hieß es auch Abschiednehmen vom letzten Anhängerwagen im Linienbetrieb.

      Das Obusnetzt hatte vor 40 Jahren eine Länge von ca. 74 km bei ca. 36 Millionen beförderten Personen.

      Und das Traurige an 1974: Erst 1974 wurden die ersten WC-Häuschen für unsere Obusfahrer aufgestellt. Fahrerinnen gab es damals auch noch keine.
      Sebastian Krackowizer